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Benvenuto – caffè d’Italia

24. August 2014

Bereits im April waren wir am Grindel bei Marisa von Benvenuto, um uns original italienische Espressomaschinen aus den 60er Jahren anzuschauen. Nebenbei haben wir noch eine ganze Menge über Espresso erfahren.

Hallo Marisa, vielen Dank, dass wir hier sein dürfen. Wer steht denn eigentlich hinter der Firma Benvenuto?

Benvenuto wurde 1985 von meinem Vater Gian-Carlo Benvenuto gegründet und ist seither ein Familienbetrieb geblieben. Am Anfang ging es rein um den Vertrieb von hochwertigem, italienischem Espresso und 1990 kam dann unsere eigene Hausmarke hinzu. Mittlerweile sind es sogar zwei geworden, an deren Entwicklung wir mehrere Jahre gearbeitet haben. Seit 3 Jahren haben wir nun auch ein Ladengeschäft hier am Grindel.

Neben dem original-italienischen Espresso seid ihr auch für eure Maschinen aus den 60er Jahren bekannt. Was sind das für welche?

Bei unseren Maschinen handelt es sich zum größten Teil um die „E61“. Die Firma Faema führte dieses wegweisende Modell 1961 als erste halbautomatische Espressomaschine auf dem Markt ein. Das Modell ist heute eine Legende, weshalb die Firma mittlerweile auch einen Nachbau rausgebracht hat, die E61 Legend. Vorne im Laden haben wir z.B. eine dreigruppige Faema Baujahr 1964 stehen, deren 3 Siebträger gleichzeitig benutzt werden können. Also ideal für ein Café mit hoher Abnahme.

benvenuto-lagerHinten im Lager könnt ihr eine eingruppige Faema aus dem Jahre 1962 sehen. Diese Maschine ist sehr selten und daher auch entsprechen teuer. Es gibt aber den einen oder anderen Liebhaber, der sich diese Maschine in die Küche stellt. Hier hinten seht ihr auch noch eine zweigruppige Faema von 1964. Leider konnten wir für diese Maschinen keine originalen Griffe bekommen. Ansonsten sind alle Maschinen komplett original und stammen aus der Zeit zwischen 1962 und 1970.

Woher bekommt ihr die Maschinen denn?

Die Maschinen bekommen wir direkt aus Italien. Mein Vater und unser Röster begeben sich dort auf die Suche und bringen die Maschinen und Originalteile mit zurück. Meistens sind sie in einem grauenhaften Zustand. Mein Mann, Shae, entkalkt sie dann und bringt die Maschinen wieder auf den heutigen Stand. Oftmals müssen wir sehr lange suchen, um alle originalen Teile wieder zusammen zu bekommen. Aber diese Maschinen gibt es nicht noch einmal und sind in ihrer hochwertigen Verarbeitung einzigartig. Sie sind quasi unkaputtbar, da sie aus rein mechanischen Teilen bestehen.

Besonders die Handhebel haben eine bessere Qualität, da sie früher noch von Hand gebaut wurden.

Wenn ich mir jetzt als Espressoliebhaber für den Heimgebrauch eine solche Espressomaschine
kaufen möchte, was würdest du mir empfehlen?

Ehrlich gesagt würde ich dir empfehlen klein anzufangen und mir nicht gleich eine originale E61 zu kaufen. Da ist man schnell beim Kaufpreis eines Kleinwagens.

Was würdest du mir denn dann empfehlen, wenn ich etwas Gutes haben möchte?

Ich würde darauf achten, dass die Maschine so wenig Elektronik wie möglich besitzt. Die Elektronik geht viel schneller kaputt und die Reparatur dieser ist um ein vielfaches teurer, als bei einer mechanischen. Natürlich sind Espressomaschinen von den Firmen Faema oder Cimbali besonders hochwertig, aber für zu Hause braucht man nicht gleich einen Zwei-Kreiser. Es gibt z.B. von der Firma La Pavoni, deren Produkte wir hier auch verkaufen, klasse Siebträger für Zuhause schon ab 450,00 Euro. Das ist zwar ein Einsteiger-Modell, aber für Anfänger ausreichend zum Üben für die ersten Jahre. Wichtiger als die Maschine selbst sind oftmals auch die richtige Zubereitung und eine vernünftige Kaffeemühle. Man sollte den Espresso kräftig tempen (stampfen) und auch der Druck und die Temperatur müssen stimmen. Es sollte nicht zu heiß werden. Ich kann euch die richtige Zubereitung auch gleich einmal zeigen.

Der Espresso, den wir von Marisa aus der E61 sogleich bekamen, schmeckte ausgezeichnet. Ob es an der hauseigenen Kreation oder an der alten Faema lag? Wahrscheinlich an der Kombination von beidem! Als Espresso- und Vintageliebhaber sollte man bei Benvenuto in der Heinrich-Barth-Straße 15 oder auf der Retrofair (direkt neben dem Eingang, im Retrocafé) auf jeden Fall einmal vorbeischauen.